Sonntag, 23. März 2014

6 Monate



Bericht wurde geschrieben am 15.03.2014


Hannah Diewald
Südafrika, Centre for Creative Education, Nomhle Educare
Zwischenbericht
Tatsächlich bin ich mittlerweile schon ein halbes Jahr in Südafrika. Wenn ich auf die vergangene Zeit zurückblicke kommt mir diese Zeit so erlebnisreich wie ein eigener kleiner Lebensabschnitt vor und doch verging die Zeit so schnell. Ich arbeite immer noch in dem Nomhle Educare zusammen mit Rosa Dreyhaupt und bin sehr glücklich mit dieser Arbeitsstelle.
Im Wesentlichen hat sich mein Arbeitsalltag nicht verändert. Ich wechsle immer noch zwischen den Gruppen, je nach dem wo meine Hilfe gebraucht wird. Jedoch wird mir mittlerweile mehr zugetraut. So leite ich gemeinsam mit Rosa ohne Hilfe den Morgenkreis und übernehme auch sonst manchmal eine Kindergruppe ganz alleine. Auch in der Gestaltung des Kindergartens nimmt die Kindergartenleitung gerne unsere Vorschläge an oder fragt uns sogar nach Rat. So haben wir in dem Kindergarten einen Jahreszeitentisch eingeführt und immer wieder neue Bastelideen eingebracht. Zudem haben wir eine neue Köchin und eine neue Kindergärtnerin, für die mittlere Gruppe bekommen.
Wie schon in meinem ersten Bericht beschrieben versuchen wir den Kindern eine gesündere Ernährung beizubringen. Dis hat bis jetzt auch schon Früchte getragen. Die Kinder kommen mittlerweile mit ihrem Obst ganz von alleine zu uns selbst und auch die anderen Kindergärtnerinnen achten nun darauf, dass die Kinder ihre von zu Hause mitgebrachten Chips und Süßigkeiten nicht zu viel essen. Als nächsten Schritt sind wir gerade dabei das Zähneputzen einzuführen. Zudem konnten wir schon Spenden sammeln um neue Matratzen und Decken zu kaufen. Dies liegt uns besonders am Herzen, da die Schlafgelegenheiten der Kinder eine regelrechte Zumutung ist.
Auch jeden Freitag in Craft entstehen weiterhin schöne Spielsachen für unseren Kindergarten. Wir haben schon Bälle, kleine und größere Puppen, Früchte für den Kaufladen, Figuren für den Jahreszeitentisch und vieles mehr hergestellt. Mein Wunsch ist es als nächstes eine Holzkiste zu bauen, in der wir ein paar Pflanzen anbauen können. Unser Kindergarten hat bis jetzt noch gar keine Grünfläche oder Pflanzen in jeglicher Art. Ich kann mir vorstellen, dass es für die Kinder interessant ist das Wachstum direkt zu beobachten. Die Babymassage ist in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen, da zunächst einmal die Kindergruppen neu aufgeteilt werden mussten und wir die Einverständniserklärung der neuen Eltern brauchten. Ab der nächsten Woche wollen wir dies aber wieder einführen.
Persönliche Anmerkungen
Der Sommer in Südafrika ist wohl die schönste Zeit. Ich genieße immer noch die Freiheit in diesem schönen Land und bin überglücklich hier gelandet zu sein. Ich hatte jedoch auch schon eine Phase, in der es mir nicht so gut ging. Dabei kamen einiges zusammen wie Heimweh und die Erfahrung zweier Überfälle. Diese Erfahrungen haben mir einige Albträume und schlaflose Nächte bereitet doch es wird nun immer besser.

Ich versuche in meinem zweiten halben Jahr so viel wie möglich von Südafrika mitzunehmen. Ich möchte meine verbleibende Zeit noch voll auszunutzen und auch  in meinem Kindergarten etwas Bleibendes erschaffen.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Zwischenseminar

Hallihallo ihr  meine Lieben,
tatsächlich ist die Hälfte meines Jahres schon fast herum. In den letzten Wochen haben wir viele neue kleine Kinder bekommen. So hat sich mein Kindergartenalltag auch etwas verändert. Von Alltag kann allerdings noch nicht die Rede sein, denn nach den Ferien bin ich erst wieder seit 3 Wochen am arbeiten. Zudem hatten wir einen Workshop über frühkindliche Entwicklung und das Zwischenseminar. Ich möchte euch gerne etwas von meinem Zwischenseminar berichten. Das Zwischenseminar fand auf der Bloublommetjeskloof Farm in Wellington statt. Wellington ist ca 1,5 Stunden von Kapstadt entfernt und liegt landschaftlich sehr schön. Bei der Farm handelt es sich um eine biodynamische Demeter- Farm. So durften wir zum Beispiel nicht unser eigenes Shampoo benutzen, da das Wasser aus der Dusche direkt zu den Pflanzen geleitet wird. Die Mahlzeiten wurden ausschließlich aus selbst angebauten Lebensmitteln hergestellt. Das war besonders lecker! So viele frische Früchte und selbstgebackenes Brot haben wir alle schon lange nicht mehr gegessen. Übernachten konnten wir entweder in einer Dachkammer oder einem kleinen Häuschen etwas weiter entfernt. In dem Häuschen habe ich zusammen mit 10 anderen Freiwilligen übernachtet. Dort hatten wir sogar eine Terrasse, auf die wir unsere Matratzen geschoben habe um draußen schlafen zu können.
Ich hatte eigentlich keine Ahnung was mich auf diesem Seminar erwarten wird. Wir sollten jedoch jemanden aus unserm Umfeld heraussuchen, der uns auf irgendeine Art beeindruckt und denjenigen dann in der Gruppe vorstellen. Rosa und ich hatten Zusammen ein  Video über unsere Principal vorbereitet, in dem sie von ihrem Leben und der Entstehungsgeschichte des Kindergartens erzählt. Ich denke im Grunde diente uns das Seminar dazu, das letzte halbe Jahr zu reflektieren und uns über unsere schönen und nicht so schönen Erlebnisse auszutauschen. Die letzten 6 Monate sollten wir an Hand einer Stimmungskurve beschreiben, die einerseits die Stimmung auf der Arbeit und andererseits unsere allgemeine Gefühlsebene wiederspiegelt. Dies war sehr spannend, da man so mitbekommt konnte wie die Anderen das Jahr erleben. Natürlich ist dies auch ein sehr emotionales und private Thema und so kam es zu den ein oder anderen Gefühlausbrüchen. Zudem haben wir über weitere Themen diskutiert, die uns beschäftigen und auch über allgemeine Themen. So wurde zu Beispiel noch einmal Rassismus thematisiert, der uns trotz dem „Ende der Apartheid“ immer wieder begegnet.
Zusätzlich haben wir noch einmal durchgekaut warum wir diesen Freiwilligendienst machen und wer welchen Nutzen davon trägt. Diese Fragen haben wir schon zu genüge sowohl auf dem Orientierungsseminar als auch auf dem Vorbereitungsseminar durchgekaut und ich war ihrer etwas überdrüssig. Stattdessen hätte ich mir mehr gemeinsame Aktionen gewünscht, denn die Farm und die Umgebung hatte wirklich viel zu bieten.

Insgesamt haben mir diese 5 Tag jedoch wirklich gut gefallen. Ich hatte Zeit mir über meine eigenen Wünsche und Ziele noch einmal klarer zu werden und auf meine schon vergangene Zeit zurück zu blicken. Besonders schön und interessant war es die anderen Freiwilligen aus ganz Afrika wieder zu sehen und/oder neu kennen zu lernen.


Bis bald 
eure Hannah

Mittwoch, 22. Januar 2014

Reisebericht

Reisebericht

Hallo meine Lieben. Ich bin nun zurück aus meinem großartigen Sommerurlaub. Wir hatten eine unglaublich schöne Zeit  und haben viel erlebt. Diese ganzen Erlebnisse kann man nur schwer in einen Bericht festhalten aber ich werde es einmal versuchen.  Meine Ferien waren von Anfang an sehr ungeplant und doch ist alles viel besser geworden, als ich es mir vorgestellt hatte.
Die ersten 10 Tage bin ich zusammen mit Rosa die bekannte Garden Route gefahren. Wir haben uns ein Auto gemietet und sind dann direkt an unserem ersten Ferientag gestartet. Unser erster Stopp war Cape Agulhas. Dort treffen der indische und der atlantische Ozean aufeinander. Zudem liegt dort an der Küste ein altes Schiffswrack, welches besonders beim Sonnenuntergang eine besondere Stimmung zaubert.

Nach diesen wunderbaren ersten Abend sind wir morgens früh aufgebrochen um Mossel-Bay zu erreichen. Dort hatten wir eine Safari gebucht. Mit einer Art Geländewagen sind wir durch das große Gebiet geholpert, über Flüsse und Felsen, und haben viele wilde Tiere zu Gesicht bekommen. Wir hatten Glück, denn unser Führer war ausgesprochen nett und begeistert von den Tieren und seiner Arbeit. Dies hat die Tour noch interessanter gemacht. Mossel-Bay selbst hat uns dagegen nicht besonders beeindruckt. 


Unsere nächste Station lag in Plettenberg-Bay. Dort sind wir zwei Nächte geblieben, denn wir hatten in Plettenberg unseren Fallschirmsprung gebucht.  Wir waren schon Tage vor dem Sprung sehr aufgeregt und ich konnte es kaum glauben als es dann tatsächlich soweit war. Wir sind mit einem kleinen Flugzeug mindestens zwanzig Minuten geflogen. Dann ging alles ganz schnell. Die Türe wurde aufgemacht und wir sind in einen kalten sehr starken Wind gesprungen. In den ersten Sekunden hat man sich einmal überschlagen und ist dann schnell nach unten gesaust. Erst als der Schirm dann aufgegangen ist konnte ich wieder richtig denken. Die Sicht und das Gefühl in der Luft zu segeln  waren unglaublich. Zwischendurch durfte ich den Schirm sogar selbst lenken und ein paar Kurven drehen. Ich würde einen Fallschirmsprung jeder Zeit wieder machen und die Überwindung ist gar nicht so groß man denkt.




Den anderen Tag in Plettenberg-Bay haben wir damit verbracht, den Elefanten im Knysna einen Besuch abzustatten. Dort konnten wir die Elefanten füttern und nachher sogar streicheln. Es ist ein tolles Gefühl diesen gutmütigen Riesen so nahe kommen zu können. Mich hat besonders erstaunt wie fest und ungewohnt sich die Rüssel der Elefanten anfühlten, als wir sie mit Gemüse fütterten. 



Als wir uns mittags kurz ausgeruhen wollten, wurde wie plötzlich von lauter Musik geweckt. Wir sind der Musik nachgegangen und stellten fest, dass in der Stadt zum Anlass Nelsons Beerdigung ein großes Fest gefeiert wurde. Wir waren sehr erstaunt wie anders hier damit umgegangen wurde. Das fest glich keiner Trauerfeier sondern war eher eine Mischung aus Karneval, Weihnachtsfest und Tanzwettbewerb. Die Menschen tanzten ausgelassen und riefen immer wieder „Mandela“. Gegen Ende fuhr ein Wagen mit dem Weihnachtsmann vor, der Süßigkeiten in die Menge schmiss.

Nach Plettenberg sind wir nur ein kurzes Stück weiter die Küste entlang nach Jeffreys-Bay gefahren. Jeffreys-Bay hat einen wunderschönen Strand und unser Backpackers hatte eine tolle Lage direkt am Meer. Hier haben wir unsere letzten Tage verbracht, die Sonne genossen und sogar noch eine Nacht verlängert. An einem etwas kühleren Tag sind wir noch in den Lion Park gefahren, denn Löwen hatten wir auf unserer ersten Safari nur aus weiter Entfernung gesehen. Wir sind selbst mit dem Auto durch den Park gefahren und hatten gar nicht erwartet, dass so viele andere Tiere noch unseren Weg kreuzen würden .Doch tatsächlich versperrte und eine Giraffe sogar den Weg. Die Löwen hingegen waren eher eine  Enttäuschung da diese nicht frei sondern in nicht allzu großen abgegrenzten Gehegen gefangen waren.


Und dann waren die zehn Tage auch schon fast herum. Den Weg zurück sind wir in zwei Etappen gefahren. Dies war der erste Teil meiner Ferien. Die Feiertage haben wir dann in Kapstadt verbracht. Auch für Kapstadt hatten wir uns ein Auto gemietet mit dem wir dann Seiten von Kapstadt sehen konnten die wir zuvor noch nicht entdeckt haben. So haben wir zum Beispiel neue Strände ausgekundschaftet. Außerdem hat mir Rosa zu Weihnachten eine Tour mit dem roten Bus geschenkt. Die roten Doppeldeckerbusse fahren in Kapstadt herum an den Sehenswürdigkeiten vorbei. Man kann jederzeit aussteigen und dann mit dem nächsten Bus weiter fahren. So haben wir noch einmal einen besseren Überblick über die Innenstadt und neue Anregungen bekommen. 

In Kapstadt haben uns außerdem noch Freiwillige aus Johannesburg besucht. Gemeinsam haben wir Weihnachten und Silvester gefeiert und sind dann am dritten Januar für unsere zweite Reise aufgebrochen. Diesmal waren wir 7 Leute und sind mit zwei Autos gefahren. Die Johannesburger sind auf ihrem Weg nach Kapstadt an der höchsten Bungybrücke der Welt vorbei gekommen und sind tatsächlich fast alle gesprungen. Ich hatte mich eigentlich dagegen entschieden von dort zu springen und nur den Fallschirmsprung zu machen. Nachdem mir nun aber die anderen davon vorgeschwärt hatten, fing ich auch an mir das Ganze noch einmal zu überlegen.

Unseren ersten Tag haben wir eigentlich nur im Auto verbracht und sind bis Oudtshoorn gefahren. Dort wollten wir am nächsten Tag Strauße reiten. Es war an diesem Tag unglaublich heiß und uns war allen etwas übel. Das Straußenreiten war zudem ein echter Reinfall. Die Vögel waren relativ eng eingesperrt und das Reiten sah nicht gerade Tierlieb aus. Die Strauße wurden mit einem Haken am Hals eigefangen um ihnen dann einen Sack über den Kopf zu stülpen, damit sie ruhiger wurden. Nun konnte man versuchen ein paar Sekunden auf den Tieren sitzen zu bleiben. Wir haben da nicht mitgemacht und uns nur das ganze Spektakel angeschaut. Faszinierend hingegen fand ich die großen unglaublich stabilen Eier der Tiere.



Abends sind wir dann noch bis Tsisikama gefahren. Dort konnten wir einem Backpackers bleiben, das einer Bekannten der Johannesburger gehört. So haben wir dort nicht gezeltet sondern sogar ein Zimmer für uns alle bekommen.  Am nächsten Morgen wurde mir eröffnet dass ich heute bungee springen muss. Ich war etwas überrumpelt aber habe mich dann doch dafür entschieden. Zusammen mit einem anderen Frewilligen, der starke Höhenangst hat, wollte ich mich überwinden. Kurz bevor wir an der Brücke ankamen fing es auf einmal an zu regnen und Nebel kam auf. Das machte die ganze Aktion für mich noch unheimlicher. Letztendlich war der Bungeesprung ein unglaubliches Erlebnis und ich glaube ich hatte noch nie so viel Adrenalin in meinem Körper. Es war schön, dass die anderen mich so unterstützt haben und zum Teil sogar wegen mir noch einmal gesprungen sind. 






Am nächsten Tag ging es dann gleich sportlich weiter. Wir sind in einen Naturpark gefahren und haben dort auf einem Fluss Stand-Up-Paddling ausprobiert. Dabei steht man auf einem Brett und bewegt sich mit Hilfe eines Paddels vorwärts. Wir sind natürlich einige Male ins Wasser gefallen und hatten viel Spaß.


In den nächsten Tagen haben wir den anderen noch Jeffreys-Bay gezeigt und dort ein paar Tage verbracht bevor es nach Johannesburg ging. Johannesburg ist wirklich nicht zu vergleichen mit Kapstadt. An unserem ersten Tag dort haben wir einen weiteren Tierpark besucht. Dort konnten wir besonders den Löwen sehr nahe kommen und sogar welche streicheln. 





An unserem letzten Tag hatten wir noch eine sehr unschöne Begegnung. Wir mussten um das Auto abzugeben mitten durch die Innenstadt Johannesburgs. Wir hatten die Fenster des Autos offen und standen an einer Ampel. Plötzlich kam ein Mann auf uns zu, fasste durch das offene Fenster und drehte den Autoschlüssel um, so dass wir nicht weiterfahren konnten. Zwei andere Männer kamen hinzu, bedrohten uns und griffen in das Auto um uns abzutasten. Die Männer wollten hauptsächlich unsere Handys und Geld. Mir wurde zum Glück nichts geklaut doch unsere Freunde mussten sich von ihrem I-Phone und Bargeld verabschieden. Dieses Erlebnis hat uns alle ziemlich mitgenommen trotzdem haben wir natürlich den letzten Abend noch genossen bevor es dann am nächsten Tag 22 Stunden mit dem Bus zurück nach Kapstadt ging. 

Montag, 9. Dezember 2013

Mein 2. Advent

Ihr Lieben,
ich schicke euch ganz liebe Adventsgrüße aus 1086 Metern Höhe. Tatsächlich bin ich gestern zusammen mit meiner WG den Tafelberg heraufgeklettert. Es war wirklich viel mehr geklettert als gewandert! Wir haben den längeren und schöneren Weg über den Botanischen Garten genommen. Dazu haben wir uns natürlich einen der heißesten Tage ausgesucht. Diese Tatsache hat unseren Aufstieg nicht gerade erleichtert. Trotzdem war diese Aktion ein ganz besonderes Erlebnis und das Gefühl endlich oben angelangt zu sein war wunderbar. Zurück sind wir mit der Gondel gefahren. Um jedoch die Gondel zu erreichen mussten wir die ganze Tafelplatte überqueren. Dies hat noch einmal drei Stunden in Anspruch genommen. Wir sind also an dem einen Ende des Tafelbergs hochgestiegen, haben ihn einmal komplett bewandert und sind dann  auf der anderen Seite heruntergefahren.  Wer mich kennt weiß, dass dies ein großer Schritt für mich war denn normalerweise wandere ich nicht freiwillig.

Besonders beeindruckt hat mich die Pflanzenvielfalt auf dem Weg nach oben. Es gibt über 1400 Pflanzenarten und kleine Bäche und Wasserfälle die uns den Weg verschönert haben. Der Blick von oben, herunter auf ganz Kapstadt ist atemberaubend. Ich habe mir letzte Woche als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk eine Kamera angelegt, so dass ich nun ein paar schöne Bilder für euch habe.


noch unten im Botanischen Garten
Wir shaffen das !

In der Wildnis

Wir haben eine Höhle gefunden
Der kleine Wasserfall
Geklettere 


 bald geschafft

 Geschafft!!!
 höchster Punkt
auf der Tafelebene 
 Tafelebene überquert
mit der Gondel zurück



Samstag, 7. Dezember 2013

Meine Lieben,
ich möchte euch gerne von meinen letzten Erlebnissen berichten. Letzten Freitag fand in unserem Educare ein großes Fest statt. Die Schulkinder wurden verabschiedet und dies wurde mit einem kleinen Weihnachtsfest verbunden. Die Kinder haben sich zu diesem Anlass feine herausgeputzt, wie man es bei uns eigentlich nur zum Abiball kennt.
Zunächst wurde viel gesungen, Fotos gemacht und die Kinder haben kleine Verse und Lieder aufgesagt. Sogar ein Priester war anwesend, der den Kindern wünsche mit auf ihren weiteren Weg gegeben hat. Anschließend kam der Weihnachtsmann vorbei und hat Geschenke an die Kinder verteilt. Die Geschenke hatten wir einen Tag zuvor von einer wohlhabenden Schule abgeholt. Dort hat jedes Kind eine Partnerschaft zu den Kindern aus unserem Educare und bereitet ein kleines Weihnachtspäckchen vor. Die Geschenke waren wirklich liebevoll hergerichtet und beinhalteten manchmal sogar noch liebe Weihnachtswünsche für das jeweilige Kind. Insgesamt war die Feier sehr schön und es lag eine festliche Stimmung in der Luft. Nach den Ferien wird sich dann bei uns alles etwas ändern. Viele neue kleine Kinder werden dazu kommen und unsere lieben Schulinder kommen nicht mehr. Ich werde sie vermissen!



Auch den ersten Advent habe ich zusammen mit meiner WG gefeiert. Wir hatten ein wunderbares Adventsfrühstück mit geschickten Plätzchen von zu Hause  und sind Abends nach Kapstadt gefahren um dort das Lichterfest zu erleben. Auf einem großen Platz haben sich dazu viele Menschen versammelt und auf eine Bühne wurde Jazz-Musik gespielt. Um halb neun wird jedes Jahr ein Countdown herunter gezählt bis die Weihnachtsbeleuchtung in der ganzen Stadt angeschaltet wird. Es gab sogar noch ein kleines Feuerwerk.




Zum Schluss habe ich noch einen 3 Monatsbericht für euch. Durch einen Weltwärtsdienst verpflichtet man sich gleichzeitig ca, alle drei Monate einen Bericht zu verfassen. Sicherlich wisst ihr schon vieles was in diesem Bericht steht, doch wenn ihr Lust habt könnt ihr ihn euch trotzdem einmal durchlesen. 

Zwischenbericht
Ich arbeite nun schon seit mitte September, also fast drei Monaten, zusammen mit Rosa Dreyhaupt in dem Nomhle Educare in Khayelitsha. Khayelitsha ist ein großes Township in der Nähe von Kapstadt, das wir jeden Morgen mit einem Transport erreichen.
In unserem Kindergarten sind circa 60 Kinder im Alter von 2-6 Jahren untergebracht. Diese sind in 2 Gruppen aufgeteilt. Die Gruppe der älteren Kinder befindet sich im vorderen Gebäude, während die jüngeren Kinder in einem zweistöckigen Shack beschäftigt werden. Außer uns arbeiten in dem Kindergarten zwei Mamas, eine Köchin und die Principle. Das Verhältnis untereinander ist sehr gut. Die Mamas haben uns von Anfang an gut in den Arbeitsalltag einbezogen, so dass wir nun ein fester Bestandteil davon geworden sind. Die Arbeit mit den Kindern macht mir weiterhin viel Spaß. Es ist schön zu erleben wie unwichtig die verschiedenen Sprachen die wir sprechen auf einmal werden. Schwierig wird es nur wenn wir mit den Kindern ganz alleine sind. Dazu fehlt uns noch ein gewisses Maß an Respekt.
In unserem Alltag helfen wir überall, wo gerade ein paar Hände gebraucht werden. Daher sind wir auch keiner festen Gruppe von Kindern zugeordnet sondern wechseln diese zwischendurch. Der Tagesrhythmus  ist nach einem Plan strikt festgelegt. So haben wir jeden Tag die gleichen Aufgaben wie Essen austeilen, füttern oder aufräumen. Zudem leiten wir in dem Morgenkreis und auch noch einmal nachmittags eine Reihe von englischsprachigen Liedern und Spielen an. Die Kinder nehmen diese schnell und mit viel Eifer an, so dass wir stetig weitere Lieder einführen können. Weiterhin bringen wir Bastelideen mit und versuchen den Kindern beizubringen etwas gesünder zu essen. Dazu haben wir ein Plakat erstellt auf dem gesunde und ungesunde Lebensmittel aufgemalt sind. Wir haben angefangen das mitgebracht Obst einzusammeln, zu schälen und in mundgerechte Stücke zu schneiden, da diese von den Kindern sonst nicht angerührt werden.
Eine schöne Abwechslung zu dem Kindergartenalltag bietet uns jeden Freitag „Craft“ am Center vor Creative Education. Dort treffen wir die anderen Freiwilligen und arbeiten gemeinsamen an neuem oder reparieren kaputtes Spielzeug. Dies ist nötig, da es in unserem Kindergarten hauptsächlich Plastikspielzeug gibt und vieles kaputt ist. Zudem lernen auch wir selbst neue Handarbeitstechniken. Dies bereitet mir große Freude und unsere Principle nimmt unsere fertiggestellten Arbeiten mit Freuden an. In dem vergangenen Monat haben wir zudem einen Babymassage –Workshop besucht. Das dort Gelernte, wenden wir regelmäßig zwei Mal pro Woche bei mindestens vier verhaltensauffälligen Kindern an. Und tatsächlich kann man schon Veränderungen sehen. Unsere Beobachtungen halten wir schriftlich fest, die dann für eine Art Studie verwendet werden sollen.
Insgesamt bin ich mit der Arbeitssituation sehr zu frieden. Wir haben schon einige kleine Veränderungen erreichen können und viele Ideen für weitere, die wir nach den Ferien umsetzen wollen.
Persönliche Anmerkungen
Mir persönlich geht es hier im fernen Kapstadt ausgesprochen gut. Ich habe mich sehr schnell in die neue Lebenssituation eingewöhnen können und kann sogar mit vielen Dingen besser umgehen als gedacht. Als besondere Herausforderung hat sich bis jetzt für mich das alleinige durchsetzen vor Kindern  herausgestellt. Zudem ist unsere Priciple sehr engagiert und verlangt viel von uns. Daher müssen wie sie in manchen Dingen etwas stoppen. So lerne ich hier auch wo meine Grenzen liegen.  Für die kommende Zeit habe ich mir vorgenommen noch mehr meiner Ideen in die Tat umzusetzen.
Die vielen neuen Eindrücke bereichern mich und ich freue mich noch auf viele weitere Erlebnisse in den kommenden Monaten.